Bohusleden von Kungälv nach Uddevalla

Di, 05:00 Uhr Bremen:

Wir stehen am Flughafen Bremen mit unseren großen Rucksäcken. In ein paar Stunden sollten wir in Göteborg landen und für die nächsten Tage durch die schwedischen Wälder laufen. Entlang an unzähligen Seen, Naturreservaten, Sumpf- und Moorgebiete und durch herrliche abgelegene Natur. Um 10:00 Uhr stehen wir mit unseren 17kg und 20kg schweren Trekkingrucksäcken am Flughafen Landvetter.  Was vor ein paar Wochen noch eine Schnapsidee war, ist nun Realität.

Schweden Bohusleden-48

Mit dem Bus geht es in die Göteborger Innenstadt. Dort geht es noch schnell zum Naturkompaniet, wo wir Spiritus für den Trangia Kocher kaufen.

Spontan entscheiden wir, dass wir nicht wie geplant in Jonsered sondern in Kungälv starten. Damit sparen wir eine Tagesetappe, außerdem könnten wir uns am Ende der Tour noch Göteborg angucken. Mit dem Bus geht es am Nachmittag in wenigen Minuten nach Kungälv.

Tag 1 Start in Kungälv

In Kungälv angelangt merken wir wieder wie hilfsbereit die Schweden sind. Ein paar Jugendliche helfen uns auf den Bohusleden zu kommen.  Schnell finden wir uns auf einer beleuchteten Joggingstrecke wieder. Die kleinen orangenen Holzpfähle zeigen uns das wir den Bohusleden gefunden haben. Ganz in der Nähe befindet sich der See „Svarte mosse“.

Svarte mosse

Dort wollten wir unser Abendessen machen. Allerdings wollte mein Wasserfilter nicht filtern. Die Keramikkartusche war kaputt. Ein ziemlich herber Rückschlag. Wir hatten zwei Möglichkeiten: entweder das Wasser abkochen und den Spiritus rationieren, oder am nächsten Tag wieder nach Göteborg fahren, um sich dort Chlortabletten zu kaufen. Beim letzteren würden wir aber mindestens einen halben Tag verlieren.

Fürs Erste entschieden wir uns Wasser abzukochen, und die Entscheidung auf den nächsten Tag zu verschieben.

 
Tag 2 Kungälv – Dalen

Nachdem wir am Vorabend circa 4 Liter Wasser abgekocht haben, entschieden wir uns am zweiten Tag einfach weiter zu laufen. Auf dem Weg ging es vorbei an Wiesen und kleinen Höfen. Man hatte das Gefühl als wäre man mitten in Bullerbü oder Lönneberga. Am See Romesjön trafen wir drei Deutsche, die ebenfalls auf dem Bohusleden unterwegs waren. Im kühlen Wasser des Sees entspannten wir etwas unsere Füße. Die Jungs gaben uns die Info, dass man ab der nächsten Tagesetappe relativ risikolos das Wasser aus den Seen trinken kann.

Es ging das weiter bis nach Dalen. Dalen ist ein kleines Museumsdorf, welches für uns menschenleer direkt am Bohusleden lag. Mit einem Trinkwasserbrunnen, Feuerstelle und Toilette ausgestattet war es der perfekte Übernachtungsplatz.

Tag 3 Dalen – Bottenstugan

Es ging einige Kilometer bis zum See „Övre Långevatten“ dort stand die erste Vindskydd, (Windschutzhütte) die wir nicht übersehen haben. An dieser machen wir eine Pause.

Es ging weiter vorbei am Nedre Långvatten, bis zur Windschutzhütte beim Ålevatter/Bottenstugan.

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 Tag 4 Bottenstugan- St.Hästevatten

DSCF4553DSCF4555DSCF4556Nach einer wunderbaren Mittagspause am Härsvatten, sollte es auf dem anstrengendsten Abschnitt dieser Tour weitergehen. Die unfassbare Schwüle, 28°C im Schatten und einige Kletterpassagen forderten bald ihren Tribut. Wir merkten nicht das wir langsam unterzuckerten und es ging nur noch schwer voran. Dank Wildblaubeeren und Dextrose-Tabletten schafften wir es doch noch die letzten hundert Meter weiter zu laufen.

DSCF4559 DSCF4566 DSCF4570 DSCF4574 DSCF4577Tag 5 St-Hästevatten- Store-Väktor

Nachdem wir gestern nur wenige Kilometer geschafft haben, zweifelten wir daran ob wir es schaffen würden in ein paar Tagen in Uddevalla zu sein. Wir schmiedeten Pläne in welche Städte Dörfer wir laufen könnten, um noch rechtzeitig unseren Rückflug zu erreichen. Irgendwie schafften wir es aber trotzdem die vierfache Strecke von gestern zu laufen. Uddevalla war also nur noch zwei Tagesetappen entfernt. Machbar.

Erwähnenswert ist noch, dass wir morgens mit mehreren hundert Metern Abstand drei Ringelnattern gesehen haben.

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 Tag 6 Store Väktor – Buvattnett

Am wunderbaren Store Väktor legten wir einen kleinen Ruhetag ein. Natürlich musste es regnen. Fünf Tage strahlender Sonnenschein bei durchschnittlich 25°C und dann musste es ausgerechnet am Ruhetag regnen. Egal, nichts tun geht auch bei Regen. DSCF4644Die Tatsache das es kaum Instant Nachspeisen gibt, für die man keine Milch braucht, und das wir keinen Kühlschrank hatten, sorgte dafür das ich uns einen Waldmeisterwackelpudding-Kaltschale Mix in meiner Nalgene „kochte“. Als Kühlschrank diente der See. Flasche anbinden und ab ins Wasser. DSCF4648 DSCF4650 DSCF4679Aussehen, Konsistenz und Geschmack: anders 😀

Gegen Abend sind wir noch einige Kilometer zum See Buvattnet gelaufen.

Tag 7 Buvattnet – St.Köperrodssjön

So langsam ging es wieder in die Zivilisation. Einige Kilometer vor uns lag Uddevalla.

DSCF4709 DSCF4710Wenige Kilometer vor unser letzten Windschutzhütte standen wir plötzlich mitten in einem Motocross Stadion. Nach einigem herumirren auf dem Gelände fanden wir dann doch noch den Ausgang.DSCF4716 DSCF4720 DSCF4743Tag 8 bis 10

Es folgten noch ein Ruhetag. Außerdem guckten wir uns noch Uddevalla und Göteborg an.

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